Die Pandemie hat neben all den Problemen und Gefahren für die Menschen und die Wirtschaft einen großen Schub nach vorn in der Digitalisierung gebracht. Digitale Lernformate, bis dahin wenig beachtet, haben einen großen Aufschwung genommen. Und wie immer, wenn dann Alles ganz schnell gehen muss, wurden auch viele Fehler gemacht. Allerdings boten diese Fehler auch große Lernchancen. Die Vorteile digitalen Lernens wurden offensichtlich und werden auch nach der Pandemie weiter bestehen. Wir helfen mit unserer Erfahrung in digitaler Pädagogik und Bildungstechnik Unternehmen und Organisationen, die für Kund:innen und Mitarbeiter:innen Lernangebote erstellen, erfolgreich zu sein.

Formate des Online Lernens

Es gibt drei Grund- oder Basisformate, die mit vielen Variationen im online Lernen verwendet werden. Wir arbeiten mit allen dreien.

Synchrone Formate

Diese Formate sind vor allem bekannt als Videokonferenzsysteme oder als Webinare. Konferenzsysteme sind Formate, die vorwiegend auf der Übertragung von Bild und Ton, sowie von Bildschirmfreigaben und manchmal auch Whiteboards. Die technischen Anforderungen sind dabei nicht besonders hoch, dennoch gibt es hier auch wichtige Unterschiede.

DSGVO konform sind heute praktisch alle. Übersehen wird dabei oft, dass damit die Datensicherheit nicht unbedingt gewährleistet ist. Sobald hier höhere Ansprüche gestellt werden, was bei sensiblen Daten, die nicht selten in Videokonferenzen eangesprochen werden, fallen die meisten Systeme durch das Raster. Dabei genügt es nicht, dass die Server in Europa oder in Deutschland stehen. Server kennen keine Grenzen, so wenig wie das Internet Grenzen kennt. Wichtig ist daher, wie gut die Server gegen Angriffe geschützt sind und ob sie nicht, wie dies leider nicht so selten der Fall ist, back doors oder Hintertüren eingebaut haben, die einen Zugang ermöglichen, den wiederum nur der Betreiber kontrolliert.

Webinare sind zwar Videokonferenzen ähnlich, unterscheiden sich aber durch Aufbau und Intention. Webinare sind meist kurze Referate von Expert:innen, mit manchmal anschließender Diskussion. Sie dauern ähnlich wie Videokonferenzen meist zwischen 30 und 90 Minuten. Ihre Aufgabe ist es einen Lernimpuls zu setzen. Weiter gehen sie selten. Einsatzgebiete ist Marketing, Kundentutorials und kurze Lerneinheiten (Chunks).

Online Kurse können über einen ganzen oder auch mehrere Tage gehen. Sie sind im Aufbau dem Präsenzlernen verwandt. Allerdings nutzen sie auch Möglichkeiten, die in Präsenz nicht zur Verfügung stehen. Das sind z.B. Arbeitsgruppen, gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten, Videos oder Bildern und Simulationen.

Online Kurse sind häufig keine reinen snchronen Formate, sondern hybride. Auf diese werden wir noch zu sprechen kommen.

Asynchrone Formate

Asynchrone Formate sind die bekannten Lernmanagementsysteme (LMS) wie z.B. Moodle, Docebo, Blackboard. Daneben gibt es Browser basierte Formate, die als LMS verwendet werden können wie z.B. Content Managementsysteme (CMS) wie z.B. WordPress, Drupal oder Joomla.

Diese Systeme haben sich aus dem Format der Foren entwickelt. Allerdings wurde dieses Format sehr erweitert und mit neuen wichtigen Funktionen versehen, so dass diese CMS nicht nur unterschiedliche Kursformate beinhalten, sondern auch adaptives Lernen ermöglichen. Adaptives Lernen stellt sich auf die Lernziele, die Lerngeschwindigkeit und das Lernvermögen der User:in ein. Im Idealfall unterfordert es nicht und überfordert es nicht.

Ein typisches und bekanntes asynchrones Format ist der MOOC.

MOOCs sind Massive Open Online Courses, also Kurse, die kostenfrei für eine Vielzahl von Teilnehmenden im Internet zur Verfügung stehen. Erfunden wurde dieses neue Lernformat in Kanada von Stephen Downs und George Siemens, die im Jahre 2011 zusammen mit Dave Cormier den berühmten #Change11 MOOC durchführten, der insgesamt 35 Wochen dauerte.

MOOCs spielen heute vor allem im Kontext von Hochschule und Universität eine Rolle. Ihre Einsatzmöglichkeiten sind jedoch auch für Unternehmen und gemeinnützige Organisationen ausgesprochen vielfältig.

Misch- oder Hybridformate

Es hat sich gezeigt, dass reine synchrone oder reine asynchrone Formate nicht ausreichen, um den Lernerfolg zu erreichen. Daher wurde schon bald damit begonnen, diese Formate zu kombinieren. Bekannt sind z.B. der „inverted classroom“ oder Formate, bei denen ein bestimmter Rythmus von online Treffen und online Lernen in LMS eingeführt wird. Die festen Termine des online Treffens oder Meetings strukturieren den Lernpfad zeitlich und verhindern die Prokrastination zu einem gewissen Grad.

In Zukunft werden sich diese hybriden Formate immer mehr durchsetzen, da sie den größten Lernerfolg erreichen.